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Positionspapier des Sächsischen Museumsbundes (SMB) zum Regierungsentwurf des Doppelhaushaltes 2027/28 des Freistaates Sachsen

Datum: 31. August 2026

Mit großer Sorge blickt der SMB als Sprachrohr der sächsischen Museen auf den aktuellen Haushaltsentwurf des Freistaates Sachsen. Die dort vorgeschlagenen Kürzungen treffen besonders die Museen im ländlichen Raum und würden die bereits jetzt angespannte Situation vor allen der kleineren Einrichtungen deutlich verschärfen. Die kritische Finanzlage der kommunalen Strukturen gefährdet bereits aktuell den Erhalt des kulturellen Erbes Sachsens und hat mit der Schließung des Zuse Computer Museums in Hoyerswerda und der Abwicklung der Schlesisch-Oberlausitzer Museumsverbund gGmbH zu ersten unwiederbringlichen Verlusten kultureller Infrastruktur geführt. Die gravierenden Kürzungsvorschläge bei den Kulturräumen und der Kulturstiftung sowie die seit 2025 massiv rückläufigen Fördermittel der Landesstellen für Museumswesen entziehen der sächsischen Museumslandschaft sukzessive die Unterstützung des Freistaates. Zur Sicherung der Existenz der Einrichtungen in den ländlichen Regionen ist im Rahmen des parlamentarischen Verfahrens eine Kurskorrektur in drei entscheidenden Punkten unabdingbar.

  1. Die Kulturraumfinanzierung ist das zentrale Förderinstrument zum Erhalt der musealen Infrastruktur in Sachsen. Die Mittelfortschreibung im aktuellen Doppelhaushalt für das SächsKRG in Höhe von 108,7 Millionen Euro (2026) ist eine unerlässliche Grundlage, um eine weitere Erosion musealer Infrastruktur zu verhindern.
    Unverständlich ist die vollständige Streichung der Investitionsmittel. Damit würden den nichtstaatlichen Museen der zentrale Hebel zur strategischen Entwicklung ihrer Häuser genommen und ihnen die Chance entzogen über Bundeshaushalt oder Stiftungen zusätzliche Mittel nach Sachsen zu holen.
  2. Mit großer Sorge beobachtet der SMB die Halbierung der Fördermittel der Sächsischen Landesstelle auf inzwischen unter 500.000 Euro. Nirgends sonst im landes- oder bundesweiten Förderpool werden Vorhaben wie das Publizieren der eigenen Bestände, der Erhalt und die fachgerechte Aufarbeitung von Sammlungen oder Maßnahmen zur Inklusion unterstützt. Die Förderung und Beratung durch die Landesstelle ist für die sächsischen Museen zentrales Instrument bei der Bewältigung museumspezifischer Aufgaben und damit ein wichtiger Pfeiler zum Erhalt des kulturellen Erbes Sachsens. Im Etat des Doppelhaushaltes sind die Mittel nicht explizit ausgewiesen, sondern Teil des Haushaltes der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden. Um hier einen weiteren Rückgang der Förderung zu verhindern, ist eine konkrete Ausweisung der Zweckbindung für den Förderetat der Landessstelle dringend erforderlich.
  3. Die Kulturstiftung des Freistaates Sachsen hat in den letzten Jahren durch Förderung und
    Expertise Ausstellungen und künstlerische Projekte unterstützt, welche die kulturelle Bildung und den regionalen Kulturdiskurses nachhaltig gestärkt haben. Die empfindliche Kürzung des Förderetats der Kulturstiftung gefährdet die öffentliche Sichtbarkeit der Museen und behindert die Chance auf gesellschaftlichen Diskurs.

Das Fatale an den beschriebenen Kürzungsempfehlungen ist die identische Wirkung, die durch ihre Schwerpunktsetzung allen voran die kommunalen und freien Strukturen des ländlichen Raums treffen. Die angestrebte Weichenstellung würde die finanzielle Situation der nichtstaatlichen Museen gravierend verschärfen und weiteren Museumsschließungen Tür und Tor öffnen. Es wäre naiv zu glauben, dass die ohnehin klammen Städte und Gemeinden, den Erhalt des kulturellen Erbes und der vielfältigen Museumslandschaft allein stemmen können. Der SMB fordert deshalb stellvertretend für die rund 400 Museen in Sachsen eine auskömmliche Förderung der drei zentralen Fördersäulen alltäglicher Museumsarbeit, damit die Museen im Freistaates Sachsen ihrer gesellschaftlichen Rolle auch in Zukunft gerecht werden können.

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